Krallentanz

Nachtlaut

Nachtlaut

 

...und ein dunkler Tropfen pulsierte im gleißenden Licht seiner Augen, bevor er lautlos im Nichts verschwand. Er streckte seine Fühler, genussvoll, betrachtete die schillernde Oberfläche, die im Dunkel der Nacht wie geronnenes Blut glänzte, ein dunkler Regenbogen aus Magie. Die bronzenen Spitzen, die jeden seiner Ausläufer krönten, bogen sich zärtlich herab, noch einmal in sie hineintauchend, eine Wollust schenkend, die ungeahnte Möglichkeiten versprach. Ein anderes Tentakel änderte die ...Form; flüssige Dunkelheit, die weich wie eine Feder -es war eine Feder?! - über ihre nackten Knöchel kroch, sich an den Schenkeln hinaufrankte, sich als glühende Efeuranke in ihr Fleisch hineinbohrte, es in sich aufnahm, um es gleich darauf wieder zu ersetzen. Sie wusste nie, ob er sie jemals ganz verzehren würde; wieviel er ihr von ihr selbst wiederschenken würde, war allein sein Wille, nur seinem Geist unterworfen.

Er umschmeichelte ihr Ohr; sein Fell streichelte zart und moschusartig duftend über ihre Nase, glitt in ihre Nasenlöcher und Augenhöhlen hinein, machte sie blind, nahm ihr den Atem. Ihr Stöhnen wurde zärtlcih erstickt, ein Knebel aus pulsierendem Schleim glitt in jede Höhlung ihres Mundes, lähmte mit dornigen Widerhaken ihre Zunge, bohrte sich in ihre Mandeln.

Die Brut, die er zurückließ, schlüpfte rasch; sie bohrte sich durch ihre Nebenhöhlen, fraß Stücke ihres dopamingepeitschten Hirnes: weiche, schillernde Maden aus glitzerndem Schleim.

Er war schön; die Eleganz, mit der er ihre Nieren einhüllte, sie mit einem leisen Singen seiner soeben erstandenen Klingen aus Mondlicht sezierte, war atemberaubend; eine dunkle Fontäne, aus ihrem Bauch geboren, nahm ihr die Sinne, als ihr Nabel verschwand und durch wabernde Dunkelheit ersetzt wurde.

Er sang; seine Schlangenhaut riss tiefe Schürfwunden in die zarte Haut ihrer Oberschenkel, ein Dorn verschwand zwischen ihren Pobacken, nur um am oberen Ende ihrer Wirbelsäule wieder aufzutauchen, leuchtend schön, smaragdgrün mit einem Hauch Obsidian.

Ein weiterer drang mit Macht in ihre Mitte ein, füllte sie aus, grub sich immer tiefer, biss in ihr Herz und schenkte ihr einen Moment voll Ruhe.

 

Die Harfenklänge seines Atems brausten um ihr Haar, zerstückelten es zu kleinen weichen Daunen, die zeitgleich mit ihr herabsanken, ihr ein Bett bauten, und er wiegte sie weich in seinen Armen, sie fühlte, wiederbelebt, wie er sie zärtlich auf die Stirn küsste, bevor er sich auf ihrem Schoß zusammenrollte und leise fragte:

 

Miau?

 

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